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Lebensgeschichte

Visionen und Stigmatisation

Seit ihrer Jugend hatte Columba eine glühende Christusliebe, verbunden mit Christusbegegnungen in Visionen. Diese setzten sich im Kloster fort, wurden jedoch zuerst von ihr verborgen gehalten. Am Freitag, dem 9. Dezember 1763, brachen dann an ihrem Leib die fünf Wundmale oder Stigmata auf, die von da an freitags unter Schmerzen von neuem zu bluten begannen, während sie in Visionen mit dem leidenden Christus verbunden war.

Gerüchte über diese Vorfälle gelangten zum damaligen Bamberger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (1757-1779), der - wie sein Nachfolger Franz Ludwig von Erthal (1779-1795) - als „mustergültiger Vertreter der katholischen Aufklärung“ galt. Er ordnete an, daß die Bamberger Dominikaner Caesarius Gerneth als Prior und Casimir Mayr als Columbas Beichtvater einen Bericht anfertigten. Adam Friedrich zweifelte zwar nicht daran, daß „Gott dem allmächtigen alle Dinge möglich“ seien. Die Laienschwester Columba möge durchaus „eine fromme und gottesfurchtige Person“ sein, doch ihre Visionen und die „Eindruckung deren 5 Wundmale könnten auch von ganz natürlichen und von üblen Gesundheitsumständen herrühren“. Schließlich entschied er, die Vorkommnisse im Heiliggrab-Kloster seien durch Krankheit zu erklären, wenn nicht sogar teuflische Versuchungen dahinter ständen. Der Bischof wies den Beichtvater und den Konvent zum strengen Stillschweigen an. Alle sollten „diese außerordentlichen Dinge mit Verachtung ansehen“, Columba „in der Demut und Gehorsam prüfen“ und nicht gestatten, daß „selbige sich von dem gemeinen Tisch, der Arbeit und sonstigen Verrichtungen wegen ihren Verzukkungen entziehe, sondern ihr vielmehr die schlechtesten Dienste im Kloster aufzulegen …“.

Damit war Columba - im Unterschied zu anderen Mystikern - für den Rest ihres Lebens völlig von der Außenwelt isoliert, was sie selbst durchaus bejahte. Alle Bitten aus der Bevölkerung um einen Besuch wurden rigoros abgelehnt. Wie es hätte anders sein können, demonstriert die Ausstrahlung und Außenwirksamkeit der 2002 heilig gesprochenen Crescentia von Kaufbeuren. Sie war zu ihren Lebzeiten eine beliebte spirituelle Gesprächspartnerin mit großer Ausstrahlung.